Sie flogen und flogen. Dann endlich sahen sie helle Punkte. Mittlerweile war es Nacht geworden und sie entdeckten den Lichterschein, der aus den Häusern kam. Und noch kleinere Lichtpunkte waren von Straßenlaternen und beleuchteten Autos zu sehen. Viele kleine und größere Lichter waren zu sehen und der Tanz der Schneeflocken ging immer weiter nach unten. Die Lichter wurden immer größer, denn die Flocken kamen der Erde immer näher.

Die Nacht verging und nun waren alle nicht mehr weit entfernt von der Erde. Die kleine Schneeflocke freute sich. So vieles, was sie nie zuvor gesehen hatte, tat sich vor ihr auf: Bäume, Sträucher, Häuser, Autos, Tiere und Menschen... Das fand die kleine Schneeflocke sehr bewegend und sie freute sich, was es so alles gibt auf der Erde.

Immer näher kommt der Schneeflockentrupp der Erde, als die kleine Schneeflocke im Garten der Jungs den Schneemann entdeckt. Er ist nach allen Seiten hin sehr weit zu sehen, denn Tom und Ole haben ihm einen kunterbunten, leuchtenden Schal umgebunden. Die Schneeflocke wollte gern in seiner Nähe landen, um ihn weiter zu bestaunen, aber sie wurde abgetrieben. Für eine Kurskorrektur bleibt nicht mehr viel Zeit. Die Formation, in der sie fliegt , ist einfach zu leicht, um aus eigener Kraft noch den Weg dorthin zu schaffen. Also rief sie ganz laut: “ Heee, ihr anderen, kommt bitte ganz schnell, wenn ihr könnt! Kommt schnell zu mir und lasst uns aneinander festhalten. Ich brauche euch, um dort zu landen, wo der bunte Schneegeselle ist!”
Den anderen Flocken war es egal, wo sie landen. Deshalb taten sie ihr den Gefallen. Nur wenige Augenblicke später war es soweit. Die kleine Schneeflocke landete unsanft, aber sicher und als oberste von allen. Sie landete in dem schönen Garten von Tom und Ole auf dem Dach des Vogelhäuschens unweit des Schneemanns. So hat sie eine sehr vorteilhafte Aussicht auf viele verschiedene Dinge rundherum und sie kann sogar sehen, was im Haus so vor sich geht.

Die Wochen vergingen. Die Schneeflocke ließ sich von den anderen neben ihr erklären, was sie alles sehen konnte, denn sie war das erste Mal auf der Erde und wusste nicht, was ein Vogel ist oder ein Mensch; was ein Gartenzaun ist oder Vogelfutter; was eine Kerze ist, die abends aus dem Wohnzimmer schimmert und sie kannte auch vor ihrer Landung keine Kinder und kein Vogelhäuschen. Vieles Interessante hatte sie nun gesehen und gelernt. Am meisten über die vielen verschiedenen Vögel, die zum Futterhäuschen kamen und dort den ganzen Winter über von den beiden Brüdern versorgt wurden.

Der Winter war für alle eine wundervolle Zeit. Aber irgendwann wurde es wärmer draußen. Die kleine Schneeflocke fühlte sich nun wieder unwohl. Das kam ihr bekannt vor und ähnelte dem, was sie erlebte, bevor sie ein Eiskristall wurde. Irgend etwas ging vor sich. Sie fragte die anderen, die immer noch neben ihr waren, danach und diese erklärten ihr, dass ihre Zeit nun bald um sei und sie sehr bald ihre wunderschöne Eiskristallstruktur verlieren wird. Und genau in diesem Moment schubste ein Windstoß die kleine Schneeflocke von ihrem Platz und blies sie mitten auf den Kopf eines Vögelchens, das sich am Futterhäuschen den Bauch mit Körnern füllte.

Durch die Wärme auf den Federn war es dann geschehen: dieses Abenteuer war vorbei und die kleine Schneeflocke wurde zu einem kugelrunden Wassertropfen. Viele andere Flocken haben sich zur gleichen Zeit auch wieder in Wasser verwandelt. Der Tropfen auf dem Kopf störte dem Vogel. So schüttelte er sich und die ehemals kleine Schneeflocke versank gemeinsam mit vielen, vielen anderen in der Erde.

Was ist wohl aus ihr geworden? Weißt du es?...

22. Weihnachtsgeschichte: “Weißes Abenteuer”

Eine Weihnachtsgeschichte über das Abenteuer einer kleinen Schneeflocke

“Weißes Abenteuer”

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An einem schönem Wintertag verbrachten die beiden Brüder, Tom und Ole, den ganzen Vormittag in ihrem Garten. Sie haben ein Futterhäuschen für die Vögel gebaut. Es ist sehr schön geworden und steht nun fest und sicher auf einem hohen Pfosten. So kann man auch vom Wohnzimmer aus die Vögel beobachten, wenn sie sich die Körner holen.

Ein großer Schneemann ist auch schon fertig. Die beiden hatten ihn vor einiger Zeit gebaut, als es anfing zu schneien. Dieser Winter scheint besonders schön zu werden. Es ist zwar kalt, aber auch oft sonnig am Tage.

Wie fallende Federn tanzen Schneeflocken am Himmel. Er ist voll von ihnen und das schon seit Tagen. Eine dichte Schneedecke liegt auf der Erde. Die Menschen genießen dieses Wetter und nun können es auch die Vögel, die von Tom und Ole täglich versorgt werden. Die beiden haben viel Spaß in diesen Tagen.

Hoch oben am Himmel bildet sich eine Schneeflocke nach der anderen. Es hört einfach nicht auf...

“Warum drängelt ihr denn so?! Das wird ja immer enger hier!”

“Na, weil du sonst herunterfällst oder dich gleich in Luft auflöst”

“Ich?”

“Ja, du - wir alle.”

“Und kann mir das jemand von euch erklären?”

“Ja, du bist doch ein Wassertropfen und wenn du zu niedrig am Himmel bist und allein bleibst, dann fällst du zu schnell herunter und es ist vorbei mit dir.”

“ Hm ..., und nun, hier soweit oben, in all dem Gedrängel passiert es nicht?”

“Nein, das passiert dann nicht. Unzählige Wassertropfen vereinigen sich zu großen Wolken. Und im Winter gibt es für sie ein besonderes Spektakel. Wenn es kalt und hoch genug ist, dann werden die Wassertropfen zu Eiskristallen. Im Moment ist es fast windstill und alle Tropfen bereiten sich auf ihre Verwandlung zum Eiskristall vor, um in einzigartiger Weise gemeinsam mit einigen anderen oder ganz vielen gemeinsam auf die Erde zu fallen.”

Der kleine Wassertropfen kann es gar nicht erwarten, denn er erlebt dies zum ersten Mal. Er spürt, dass irgend etwas mit ihm passiert. Es wird immer kälter um ihn, je höher die Wolke steigt und plötzlich verwandelt er sich zu einem wunderschönen Eiskristall. Alles ging sehr schnell, von einem Augenblick zum nächsten - auch bei den anderen. Alle Eiskristalle sehen edel aus und glitzern ganz doll, wenn sie ein Sonnenstrahl trifft.

Nun beginnt die spannende Zeit für die Kristalle. Manche rücken noch dichter aneinander. Sie halten sozusagen fest aneinander und bilden zusammen eine wunderschöne dichte Schneeflocke. Und nebenan noch eine und noch eine und viele andere mehr.

So ist sie also entstanden, die kleine Schneeflocke. Sie schaut um sich. Über ihr, unter ihr, neben ihr - überall sieht sie andere Schneeflocken, die sich drehen und sich schwebend auf den Weg zur Erde machen.

“Ihr sagtet doch, dass es aufregend sein wird. Ich finde es langweilig. Es passiert ja nichts. Der Himmel ist voll von uns. Gibt es denn gar nichts weiter außer uns?”

“Warte ab bis wir unten sind und hoffe darauf, dass es dort auch kalt ist.”

Weihnachtsgeschichten

Doris Dziuba

 

 

 

 

 

           

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